Falzen und Rillen


Rillen hilft dabei, stärkere Papiere zu falzen. Jedoch eignen sich nicht alle Medien fürs Falzen. Was muss beachtet werden?


05. Juli 2007


Egal ob Altarfalz, Zickzackfalz oder Parallelfalz: Falzungen müssen sauber vorgenommen werden. Das bedeutet vor allem, dass der Falz nicht aufbrechen und die Farbe an der Falzkante nicht abblättern darf. Um den Falzvorgang sicherer gestalten, kann das Papier vorher gerillt werden. Dennoch lassen sich bestimmte Papiere Transparentpapiere und Kartone mit besonders hoher Grammatur oft nur schwer und unter Qualitätseinbußen falzen.

Was passiert beim Falzen?
Falzen gehört zu den häufigsten Arbeiten in der Druckweiterverarbeitung. Technisch gesehen zählt es zu den Grundverfahren des Umformens und gehört zur Untergruppe des Biegeumformens. Heutzutage wird das Falzen in der Regel von automatischen Falzmaschinen vorgenommen - früher wurde Papier von Hand über ein Falzbein gefalzt. Um nachvollziehen zu können, welchen Belastungen das Papier während des Falzens ausgesetzt ist, muss man zunächst die Funktionsweise der Falzmaschinen kennen lernen. Grundsätzlich gibt es zwei gängige Maschinentypen: Schwert- oder Messer-Falzmaschinen und Taschen- oder Stauchfalzmaschinen. Geläufig sind auch Kombinationsanlagen, die die Vorteile beider Techniken einsetzen. Bei der Schwertfalztechnik drückt ein bewegliches Falzschwert  oder auch Falzmesser  den Bogen gegen zwei gegenläufig rotierende Falzwalzen. Bei Taschenfalzmaschinen besteht das Falzwerk aus einer Falztasche und mehreren Walzen. Die beiden ersten Walzen schieben den Bogen in die Falztasche, in der eine Stauchfalte entsteht, da der Bogen von gegenläufig rotierenden Falzwalzen erfasst wird.

Was genau ist Rillen?
Das Papier wird beim Falzen - egal, ob mit Schwert- oder Taschenfalzsystemen - stark belastet. Um einen sauberen Falz zu erzeugen kann das Papier vorher gerillt werden. Das Rillen mit speziellen Rillwerkzeugen, die separat oder direkt in der Falzmaschine eingesetzt werden, schafft eine linienförmige Mulde, die auf der Gegenseite als wulstartige Erhöhung sichtbar wird. Dadurch wird das Papier an der Stelle, an der der Falz entstehen soll, verdichtet. Durch diese Maßnahme wird die Falzgenauigkeit erhöht und die Bildung des Falzes erleichtert, ohne dass die Papierstruktur  angegriffen wird.

Warum empfiehlt sich das Rillen?
Zahlreiche Papierhersteller empfehlen das Rillen beim Einsatz von Medien ab einer Grammatur von etwa 120 Gramm pro Quadratmetern aufwärts. Bei schwererem Papier könnten die Papierfasern während des Falzens überdehnt werden - das Papier bricht dann am Falz auf und die Farbe blättert ab. Auch bei Falzungen, die nicht in der Laufrichtung des Papiers (entlang der Fasern) erfolgen sollen, sollte das Papier zunächst gerillt werden, damit es keine Probleme gibt.

Grenzen des Rillens
Einzelne Rillmaschinen können heute durchaus Papier bis zu einer Grammatur von 600 Gramm pro Quadratmeter verarbeiten - üblicherweise werden jedoch Papiere bis etwa 350 Gramm pro Quadratmeter verwendet. Bei schwereren Medien muss zudem garantiert sein, dass sie überhaupt noch von der Falzmaschine verarbeitet werden können. Darüber hinaus muss  beim Rillen einiges beachtet werden: Die Rille sollte etwa ein- bis anderthalbmal so dick sein wie das zu rillende Material, sonst verfehlt sie ihren Zweck. Beim anschließenden Falzen muss die wulstartige Ausbuchtung, die durch das Rillen entstanden ist, nach innen stehen. Transparentpapier lässt sich grundsätzlich schlecht falzen und rillen - es entsteht durch die Komprimierung des Papiers auf jeden Fall eine milchig erscheinende Falzkante. Auch mit UV-Lack veredelte Papiere  sind aufgrund ihrer Zusammensetzung nur bedingt rillfähig.


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