Falzarten im Überblick


Beim Falzen wird der Papierbogen auf sein Endformat gebracht. Viele verschiedene Falzarten sind möglich, die Drucksachen in ihrer Funktion unterstützen.


13. August 2009


Das Falzen gehört zu den wichtigsten Arbeitsschritten in der Weiterverarbeitung von Drucksachen. Zahlreiche Falzarten können eingesetzt werden und die besondere Note von Prospekten, Mailings oder Flyern ausmachen. Ausschlaggebend ist dabei immer die Anzahl der Brüche, also fachsprachlich der Falzungen.

Warum falzen?
Warum falzen?Jeder kennt Mailings oder Flyer, die sich aufklappen lassen. Je nach Anzahl der Falzungen erfährt der Leser immer mehr, je weiter er die gefalzten Drucksachen öffnet. Schon im Layout wird die spätere Falzart eingeplant, damit die Informationen an den entsprechenden Stellen platziert werden können. Durch das Falzen werden größere Prospekte außerdem so klein und handlich, dass sie leicht verschickt, in Präsentations-Ständern bereitgehalten und mitgenommen werden können.

Vier Seiten
Wird ein Papierbogen einmal gefalzt, so entsteht ein Bruch. Durch dieses Falzen ergeben sich vier Seiten. Daher nennt man diese Falzart auch „Vier Seiten Einfachfalz“. Vor dem Falzen werden die Papiere in der Regel gerillt, so dass es nicht zu einem Falzbruch kommt. Außerdem bemüht man sich, die Papiere ihrer Laufrichtung nach zu falzen. Auch dies wirkt einem Aufbrechen des Falzes entgegen.

Sechs Seiten
Sechs SeitenDurch einen zweifachen Bruch entstehen aus einem Papierbogen sechs Seiten. Hier unterscheidet man in der Regel zwischen drei Falzarten: Beim Wickelfalz wird der Bogen gedrittelt und die beiden äußeren Seiten werden nacheinander nach innen eingeschlagen. Beim Zickzackfalz werden die Seiten wie eine Ziehharmonika gefaltet. Beim Fensterfalz sind die beiden äußeren Seiten dagegen kleiner – sie werden ebenfalls eingeklappt und sind dann genauso breit wie die verbliebene Grundfläche.

Acht Seiten
Acht SeitenWerden drei Brüche vorgenommen, so enthält man aus einem Papierbogen acht Seiten. Dementsprechend steigt auch die mögliche Anzahl der Falzungen. Wird der Papierbogen geviertelt und die äußeren Seiten nach innen geschlagen, spricht man wieder von einem Wickelfalz. Auch der Zickzackfalz ist möglich. Wird der Bogen zunächst halbiert und dann noch einmal nach innen geschlagen, handelt es sich um einen Doppel-Parallel-Falz. Klappt man die äußeren Seiten nach innen, so dass sie den gleichen Raum einnehmen wie die Grundfläche und klappt man das entstandene Werk noch einmal zusammen, erzielt man einen Altarfalz. Wird der Bogen dagegen zunächst längs und dann quer gefaltet, so handelt es sich dabei um einen Kreuzbruch. Sind die gefalzten Teile dabei nicht gleich lang, nennt man den Kreuzbruch „gestuft“.

Zehn und mehr Seiten
Auch mit größeren Papierbogen und mehreren Brüchen kann man Zickzackfalze umsetzen. Werden die Bögen dann nicht gleichmäßig gefaltet, sondern umhüllt beispielsweise der letzte Falz alle anderen, so handelt es sich um einen Sonder-Zickzackfalz. Der Zickzackfalz lässt sich darüber hinaus mit einem Kreuzbruch kombinieren. Werden die einzelnen Falzungen immer kleiner, so dass die darunter liegenden Falze sichtbar werden, spricht man von einem Zickzack-Stufenfalz.

Falzmaschinen
Die Falzungen werden in speziellen Maschinen vorgenommen. Man unterscheidet dabei zwischen Taschen- und Schwertfalz: Beim Taschenfalz läuft der Papierbogen gegen einen Taschenanschlag, wird zu den Falzwalzen geschoben und gestaucht. Beim Schwertfalz läuft er gegen eine Anlegemarke, worauf ein Falzschwert gegen den Bogen schlägt und ihn zwischen die Falzwalzen drückt.