Direkt auf die Platte


Die Plattenbelichtung hat in der Druckvorstufe die Filmkopie abgelöst: Mittlerweile lassen sich die Druckplatten direkt bebildern. Das spart Zeit und eliminiert eine mögliche Fehlerquelle.


18. Oktober 2007


CtP steht für Computer-to-Plate und meint das direkte Belichten oder Bebildern von Druckplatten. Dieses Verfahren funktioniert, ohne dass ein Film für den Produktionsprozess herstellt werden muss. Dadurch werden Kosten und Herstellungszeiten gespart. Auch die geforderte Qualität eines Druckauftrags lässt sich dank Computer-to-Plate leichter erreichen.

Der alte Weg
Wie kommen eigentlich die Druckdaten auf die Druckform? Bis im Jahr 1993 die Computer-to-Plate-Belichter auf den Markt kamen – und noch einige Jahre darüber hinaus – waren Filmbelichter der Standard. Sie übernahmen die Rasterdaten des Druckauftrags und gaben sie Zeile für Zeile auf dem hochempfindlichen Filmmaterial aus. Jeder einzelne Punkt wurde mit einem Laserstrahl auf den Film geschrieben. Entweder wurde eine ganze Druckseite auf den Film belichtet oder einzelne Teile, die anschließend montiert werden mussten. Neben dem hohen Aufwand fiel bei Belichtern, die Silberhalogenidfilme verarbeiteten, auch eine hohe Anzahl von umweltschädlichen Chemikalien an. Im Anschluss musste der Film noch auf optischem Weg auf die unbelichtete Druckform übertragen werden. Nach der Bestrahlung oder Belichtung des Druckformrohlings folgte die Entwicklung der Druckform. Anschließend wurde die Druckform eingebrannt, konserviert oder für die Befestigung in der Druckmaschine vorbereitet.



Der neue Weg
In der digitalen Druckvorstufe haben Computer-to-Plate-Belichter mittlerweile die Filme abgelöst. Die modernen Anlagen belichten die Druckform direkt; ohne den Umweg über einen Film gehen zu müssen. Die Plattenbelichter setzten sich nach ihrer Markteinführung vor gut 15 Jahren zunächst nur zögernd durch. Das lag daran, dass die Druckdaten noch nicht komplett in digitaler Form vorlagen. In den vergangenen Jahren ist die CtP-Technik dagegen zum Standard geworden. CtP-Belichter übertragen die Druckdaten mit Hilfe eines Laserstrahls direkt auf die Druckplatten. Es gibt unterschiedliche Systeme, die mit verschiedener Wellenlänge des Laserstrahls arbeiten. LASERLINE setzt einen Heidelberg Suprasetter A105 ein, der die thermale Technik mit 830 Nanometer verwendet

Die CtP-Technik
Plattenbelichter gibt es darüber hinaus in drei unterschiedlichen Bauweisen: mit Innentrommel-, Außentrommel- und Flachbettprinzip. Bei Innentrommel-Belichtern wird die Druckplatte in eine zylinderförmige Wanne gelegt. Flachbettsysteme halten die Druckplatte während der Belichtung flach. Außentrommel-Belichter, zu denen auch der Heidelberg Suprasetter zählt, spannen die Platte auf eine Trommel auf. Die Platten lassen sich daher genauso befestigen wie später bei den Druckzylindern der Druckmaschine. Ein weiterer Vorteil der Außentrommel-Technik ist, dass mehrere Laserstrahlen gleichzeitig auf die Platte gelenkt werden können. Das macht diesen Belichter-Typ besonders schnell. Dank integrierter Vorrichtungen werden die Druckplatten gleich gestanzt und können dadurch direkt im Anschluss auf den Druckzylinder montiert werden.



Die Vorteile
Schneller und genauer: So lassen sich die Pluspunkte der Computer-to-Plate-Technik zusammenfassen. Da die Filmherstellung und die Plattenkopie wegfallen, verkürzt sich auch die Produktionszeit erheblich. Das spart Zeit, Geld und Personal. Außerdem fällt eine potentielle Fehlerquelle weg. Die Druckqualität wird auch dank der Genauigkeit von modernen CtP-Systemen sichergestellt: Die Randschärfe der Rasterpunkte ist höher; außerdem lassen sich kleinere Rasterpunkte erzeugen.



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