Digitaldruck im Überblick


Digitaldruck ist nicht gleich Digitaldruck: Ob Inkjet oder Elektrofotografie – verschiedene Techniken bieten jeweils besondere Vorteile. Mehr über Funktionsweise und Einsatzbereiche.


25. Oktober 2007


Der Digitaldruck hat die Druckbranche revolutioniert: Er ermöglicht kurze Produktionszeiten, den Druck von personalisierten Dokumenten und rechnet sich schon in niedrigen Auflagen. Möglich ist dies, weil digitale Daten auf den Bedruckstoff übertragen werden, ohne dass vorher Filme oder Druckplatten belichtet werden müssen. Die zwei wichtigsten Drucktechniken sind die Elektrofotografie und das Tintenstrahl- oder Inkjetverfahren.

Ohne Druckform
Der Digitaldruck wird auch als „Druckverfahren ohne Druckform“oder im Englischen als NIP-Verfahren („Non Impact“) bezeichnet. Unter diesen Schlagwörtern werden jedoch verschiedene Drucktechniken zusammengefasst, die unterschiedlich funktionieren und auch mit verschiedenen Farbtypen arbeiten.

ElektrofotografieElektrofotografie
Am weitesten verbreitet im Digitaldruck ist die Elektrofotografie. Sie lässt sich in die fünf Prozessschritte Bebilderung, Einfärbung, Tonerübertragung, Tonerfixierung und Reinigung einteilen. Die Oberfläche einer Trommel ist mit einem Fotohalbleiter beschichtet, der sich bei Lichteinwirkung verändert. Diese Veränderung oder auch Belichtung wird mit scharf gebündelten Lichtstrahlen wie Laser oder LED vorgenommen. Die so entstandenen belichteten Flächen werden mit Toner eingefärbt. Anschließend wird dieses so genannte Tonerbild von der Fotoleitertrommel mittels elektrostatischer Prozesse auf den Bedruckstoff übertragen. Das kann direkt das Papier sein, oder auch ein Zwischenträger. Abschließend muss die Farbe bei Trockentonern durch Hitze auf dem Papier fixiert werden. Um die Trommel auf den nächsten Druck vorzubereiten, wird sie sofort gereinigt.

Toner bei der ElektrofotografieToner
Bei der Elektrofotografie müssen je nach Drucksystem unterschiedliche Toner eingesetzt werden. Die Xerox iGen3 und die Kodak Nexpress 2100 setzen festen Toner ein, während die HP Indigo 5000 Flüssigtoner verwendet. Mit diesen drei Digitaldrucksystemen druckt auch LASERLINE. Fester Toner wird nach dem Farbauftrag fixiert, während flüssiger Toner während des Drucks fixiert wird. Beide Tonerarten haben ihre Vorteile: Die Farbpartikel im Flüssigtoner sind in einer Transferflüssigkeit dispergiert. Daher sind sie besonders klein und ermöglichen eine hohe Druckqualität –vergleichbar mit Ergebnissen im Offsetdruck. Außerdem ist der Flüssigtoner mischbar: Mit speziellen Mischstationen lassen sich auch Sonderfarben erzeugen. Trockentoner für den Farbdruck besteht dagegen in der Regel aus zwei Komponenten, den Trägerpartikeln und den Farbpartikeln. Die Trägerpartikel übernehmen die elektrische Ladungsaufnahme. Moderne Toner wie der von Xerox chemisch hergestellte EA-Toner hat gleichmäßig geformte Farbpigmente, die ebenfalls für eine sehr gute Druckqualität sorgen. Umweltbewusste schätzen außerdem am Digitaldruck mit Trockentoner, dass sich die Drucksachen besser recyceln lassen.

Inkjet-DruckInkjet-Druck
Neben der Elektrofotografie ist der Inkjet-Druck das wichtigste Verfahren im Digitaldruck. Die Bebilderung erfolgt im Gegensatz zur Elektrofotografie direkt auf den Bedruckstoff: Die Tinte wird aus feinen Düsen auf Papier oder Folie gespritzt. Vor allem im Großformatdruck erfreut sich der Inkjet-Druck großer Beliebtheit. Auch LASERLINE produziert im LFP-Bereich mit Inkjetdruckern: Roland SJ 745 EX V, Roland SJ Pro III Print & Cut XC 540 und HP Designjet 5000 heißen die Maschinen in der Bremer Niederlassung. Mit der variablen Tropfentechnologie mit Piezodruckköpfen wird der größtmögliche Farbraum wiedergegeben. 6 Farben (Cyan, Magenta, Yellow, Black, Light-Cyan, Light-Magenta) sorgen für die optimale Farbwiedergabe. Farbsysteme wie Pantone, HKS, RAL-Töne lassen sich optimal wiedergeben.

Unterschiedliche Inkjet-FarbenKodak Nexpress
Auch im Inkjet-Druck wird zwischen festen Farben, die während des Druckprozesses schmelzen, und flüssigen Farben unterschieden. Die große Mehrheit bilden die flüssigen Farben. Sie bestehen aus Farbstoffen oder Pigmenten, einem Farbträger (Öl, Wasser oder Lösemittel) und Zusatzstoffen. Entscheidend für die Haltbarkeit der Inkjet-Farben sind ihre Inhaltsstoffe. Wird mit Farbstofftinte gedruckt, so ist der Farbstoff im Farbträger aufgelöst - eine günstige, aber keine langlebige Variante. Pigmenttinte enthält kleine Farbträger im Trägerstoff –ein entsprechendes Druckprodukt ist kurzfristig im Freien einsetzbar. Wird Lösemittel als Farbträger benutzt, ist der hergestellte Druck –meist auf Folien –im Freien haltbar. Das liegt daran, dass das Lösemittel die Farbe tief in den Bedruckstoff hineinträgt und anschließend verdampft. Bei LASERLINE kommen je nach Verwendungszweck des Druckproduktes verschiedene Flüssigtinten zum Einsatz.




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